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Die Scheune lebt – der Patient atmet wieder!

Ich sehe die Bilder noch vor mir: eine halbverfallene Scheune, Zutritt nur mit äußerster Vorsicht! Das war 2001.

Alte Dorfstr. d ji D7 vor Ren Innenhof,2001 ji

Man kann auf den Bildern von 2001 oben noch das kaputte Dach erkennen. Auf der gegenüberliegenden Seite fehlte das Dach fast komplett. Trotzdem haben wir geschafft, der Scheune in den darauffolgenden Jahren wieder etwas Leben einzuhauchen:  ob nun mit der berühmten „Linie 8“ oder dem ersten Auftritt von Maxim Shagaev – die Scheune erwachte langsam zu neuem Leben

Linie 8, Sommerfest 2004a ji Maxim Shagaev 06 2004

So richtig rund ging es dann allerdings im Jahr 2005. Besser gesagt, im Juni 2005. Fast über Nacht gab es Geld für die Sanierung der beiden Gebäude, die der kreativ-Verein von der Gemeinde angemietet hatte. Der kleine Haken dabei war: es musste alles ganz ganz schnell gehen. Die bereit gestellten Finanzmittel mussten bis zum 31.12.2005 verbaut sein – sonst verfielen die Gelder. Also: ein knappes halbes Jahr für die Sanierung des Haupthauses und – wenn noch etwas übrig bleibt – auch für die Scheune. Und – zum Ende 2005 erstrahlten beide Gebäude im neuen Glanz:

 Dorfstr7Mai top1

Besonders gelungen die farblich unterschiedlichen Fachwerke in der Scheune…

Scheune Aug1 Scheune Aug2

 

 

Und es dauerte nicht lange, da blühte das Innenleben der Scheune so richtig auf. Eine Bühne wurde gebaut und in 2006 wurde dort das erste Theaterstück aufgeführt „Ich mach das schon“, unter der Regie von Dieter Borgelt. Seit dieser Zeit hat das „Theater in der Scheune“ jedes Jahr eine Komödie gezeigt. Zuletzt im Jahr 2019 mit viel Erfolg den „Stress im Champus Express“

Stress im CE

Doch in all den Jahren beherbergte die Scheune nicht nur die Theatergruppe, bot nicht nur Platz für das traditionelle Eisbein-Essen des Meilervereins oder den „Tanz in den Mai“ vom kreativ – ebenso wie für die stimmungsvollen Weihnachts- und Adventsmärkte – nein; es beherbergte auch den einen oder anderen Holzwurm. Und einige aus dieser Spezies  „Anobium punctatum“ waren sehr, sehr fleißig.

Wir haben dies der Gemeinde (dem Eigentümer) angezeigt. Und seit 2018 folgte ein Gutachten dem anderen. Insbesondere die Südseite zeigte sichtbare Schäden, aber auch unter dem einen oder anderen Balken im Inneren waren immer wieder kleine weiße Häufchen zu sehen: ein unwiderlegbarer Beweis, dass hier „jemand“ sehr fleißig ist, Tag und Nacht.

Kurzum: die Sanierung der Scheune wurde beschlossen und seitens der Gemeindevertretung auch gebilligt. Nach einer etwas längeren Ausschreibung – insbesondere wegen der komplizierten Holzarbeiten – wurden die Bauarbeiten für die Monate September bis November 2020 angesetzt.

Am 21.9. begann ein Zimmereibetrieb aus Chemnitz mit den Arbeiten. Innerhalb weniger Stunden waren einige Fachwerke auf der Südseite freigelegt….

Beginn Sanierung Suedgiebel 1 Beginn Sanierung Suedgiebel 2

….und Tage später wieder fachmännisch zugemauert.

 Sanierter Suedgiebel

Doch uns blieb nicht viel Zeit, staunend den beiden Handwerkern aus dem tiefen Sachsen-Land zuzusehen. Unsere Aufgabe bestand darin, die Scheune komplett leer zu räumen. Komplett hieß: „alles muss raus“…. Auch der letzte „Nagel“. Denn für die Bekämpfung des Holzwurms im Inneren der Scheune sollte die „Heiz-Methode“ gewählt werden. Die „Heiz-Methode“ bedeutet, dass das Innere der Scheune auf bis zu 80 Grad für ein paar Stunden erhitzt wird und dieser Temperatur sind die Holzwürmer einschließlich deren Larven nicht gewachsen. Die Heiz-Methode hat den Vorteil, dass keine schädlichen chemischen Rückstände bestehen bleiben, so wie das bei der „Chemie-Keule“ der Fall wäre, wo Gebäude in Folie eingehüllt werden und dann über mehrere Tage mit hochgiftigen Pestiziden dem Ungeziefer auf den Leib gerückt wird.

Also hat die Präsidentin einen Aufruf an die Mitglieder verfasst und die Scheune wurde an mehreren Tagen leer geräumt. Alle Requisiten, die gesamte Technik, Tische, Spiegel, Schränke, Zuschauer-Stühle, Plakate – einfach alles wurde ausgeräumt, Auch die Teppiche und Fußbodenbeläge. Gestapelt wurde alles in einem großen Zelt, das uns Lothar Lüdtke freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Die hochempfindliche Technik wurde derweil in einem beheizbaren Container untergebracht. 

Zwischenlagerung im Oktoberfest Zelt

Aber auch der Zwischenboden über der Tenne musste entfernt werden. Hier, so hatte es den Anschein, waren die Holzwürmer ganz besonders aktiv.

Während dieser Zeit waren sowohl der Maurer (aus Brandenburg a.d.Havel) als auch die Zimmerleute aus dem fernen Chemnitz sehr fleißig und bald waren sowohl die Süd- als auch Ost- und Westseite fertig. Was übrig blieb, war noch die Nordseite und da waren lt. Gutachten „nur ein paar kleine Reparaturen“ nötig.

Doch dann kam alles ganz, ganz anders.

Als der erste kleine Stützbalken auf der Nordseite entfernt wurden, machten die Zimmerleute eine erschreckende Entdeckung: alle in 2005 eingebauten neuen Balken waren zu fast einem Drittel bereits verfault. Im Fachjargon nennt man das „ Verursachung durch Moderfäulnispilze“. Bauleitung und das zuständige Fachpersonal der Gemeinde haben auf die veränderte Situation schnell reagiert und vereinbart, dass die notwendigen Arbeiten fortgeführt werden, auch wenn das die geplanten Mengen deutlich überschreitet. Das Bild, das sich dem Betrachter am Dienstag, den 20.10. bot, ist ein fast komplett freigelegter Nord-Giebel.

Sanierung Nordgiebel 1a Sanierung Nordgiebel 1b Sanierung Nordgiebel 3

Aufgrund der so nicht vorhersehbaren Situation war klar, dass sich die Arbeiten bis weit in den Dezember verschieben werden. Sorge bereitet natürlich das Wetter. Denn bei Frost kann weder gemauert noch gemalert werden.

Nach der Baubesprechung am 22.10. legte sich bei den Auftraggebern in der Gemeinde die Stirn in Sorgenfalten. „Das übersteigt den eingeplanten Betrag ja ganz erheblich“, war der einstimmige Tenor. Der ausführende Architekt war jedoch nicht müßig und unterbreitete einen Kompromissvorschlag: weiterbauen – so schnell als möglich, alle schadhaften Balken komplett entfernen und dann – anstatt die Felder bis zum Giebel auszumauern, mit einer schönen Holzvertäfelung aus Lärche verkleiden. Das ist zwar nicht so wärmeisolierend, kommt aber wesentlich billiger. Und dann wären die Mehrkosten nur bei einem kleinen 5-stelligen Betrag.

Wir als Nutzer waren mit dieser Lösung einverstanden, zumal ja auch das gesamte Dach weder Wärme- noch Kälte-isoliert ist. Doch wir haben die „Rechnung ohne den Bürgermeister und auch ohne den Bauausschuss“ gemacht. Denn letzterer entschied am 5.11. nach sorgfältiger Prüfung und Abwägung, dass das Fachwerk ausgemauert werden sollte – nicht zuletzt auch aus Sicherheits- und optischen Gründen. Die Mehrkosten muß und wird die Gemeinde schultern.

Und so kam es, dass sämtliche Balken bis fast hoch zum Giebel erneuert und die Felder anschließend ausgemauert wurden. Zwischenzeitlich war auch der Maler auf der Südseite hier und hat die neu gemauerten Felder gestrichen.

Der Maurer – mit Vornamen Andre – arbeitete fast den ganzen November hindurch allein. So gut es ging, versorgten wir ihn mit Kaffee und haben ihm geholfen, die gut über 1000 Ziegelsteine die Gerüsttreppen hoch, bis letzten Endes ganz zum Giebel zu tragen.

Anschließend wurden im Innenbereich die rohen Ziegelwände – zumindest im Erdgeschoß - „verputzt“ und wir haben dann wieder die abmontierten E-Leitungen an den neuen Balken befestigt.

Unsere Aktivitäten wurden zwar durch das Corona-Virus ein wenig unterbrochen – dennoch: am 4. Dezember war es soweit: wir konnten anfangen, ganz langsam, Stück für Stück, Teil für Teil,  die ausgelagerten Möbel, Stühle, Lampen, Spiegel, Teppiche usw. aus dem Zelt zurück in die Scheune zu bringen.

Und heute am Freitag, den 17.12. ist alles wieder so, wie es war – oder vielmehr – noch um einiges besser: ein neuer Teppichboden ziert die Bühne, die Tenne hat eine feste Holzdecke bekommen und es blieb natürlich auch nicht aus, dass so einiges den Weg in die HAW gefunden hat und wir nunmehr wieder deutlich mehr Platz in der Scheune haben, als vorher.

Die neue Saison kann beginnen – die Scheune wird zum 1.1.2021 wieder ihre Tore öffnen und dann heißt es – frei nach Katja Ebstein: Theater, Theater, der Vorhang geht auf

Buehne   neu

Reinhold Ehl

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